Pilgertour auf dem Jakobsweg (15.04.2026)
Der LandFrauenverein Wolfenbüttel war wieder auf Pilgertour. Vom 15. bis 17. April pilgerten 16 LandFrauen auf dem Jakobsweg von Marienborn nach Königslutter mit dem pilgererfahrenen Pastorenehepaar Claudia und Axel Lundbeck. Los ging es in Königslutter, von dort fuhren wir mit dem Zug nach Marienborn, dem ältesten Wallfahrtsort Deutschlands.
Der kleine Ort hat eine Quelle, der seit dem 12. Jahrhundert heilende Kräfte zugeschrieben werden. Über der Quelle wurde eine Kapelle mit einer Marienstatue errichtet. Von dort pilgerten wir über idyllische Wald- und Feldwege bei strahlendem Sonnenschein nach Helmstedt. Vor der Christopheruskirche wurden wir von der Pfarrerin und einem Kirchenvorstand mit Glockengeläut empfangen und nach einer herzlichen Begrüßung und einer kleinen Andacht in der Kirche zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Gut gestärkt gingen wir weiter zum Kloster St. Ludgerus, wo wir zu Abend aßen, übernachteten und in der Krypta des Klosters eine Abendandacht abhielten. Am nächsten Morgen pilgerten wir durch Frellstedt, auch dort läuteten zu unserem Empfang die Kirchenglocken, nach Räbke. In diesem 7-Mühlen-Dorf wurden wir in der Mühle Liesebach von Ehrenamtlichen und dem Bürgermeister des Ortes begrüßt.
Räbke beeindruckt durch die große Anzahl an Ehrenamtlichen, die mit ihrem Mühlenverein eine der sieben Mühlen des Dorfes in über 20000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden restauriert haben. In dieser Mühle Liesebach wurden wir zu einer interessanten Präsentation über die Arbeit des Mühlenvereins bei leckerem Kaffee und Kuchen eingeladen. Darauf folgte eine Besichtigung der Mühle, die in vielen Teilen wieder funktionsfähig ist. Nach einem Spaziergang zum Thie, dem Dorfplatz mit historischer Bedeutung, endete unser Tag in Räbke und wir fuhren mit dem Linienbus nach Helmstedt. Wieder zurück im Kloster Ludgerus besuchten wir die Doppelkapelle und beendeten den Abend wie am Vortag.
Am nächsten Tag setzten wir unsere Pilgertour in Räbke fort, fünf Räbker holten uns mit ihren Privatautos aus Helmstedt ab, was für ein außergewöhnlicher Service. Nach einer Dorfrundfahrt begannen wir den Tag mit einer Morgenandacht am Wassererlebnisplatz an der Schunter, verabschiedeten uns von den Räbkern und pilgerten Richtung Königslutter. Über Feldwege erreichten wir Lelm, machten eine Pause in der Kirche, die trotz aufwendiger Renovierungsarbeiten weiterhin für Gottesdienste genutzt wird. Nun starteten wir zur letzten Etappe unserer Pilgertour zum Kaiserdom in Königslutter, den Kaiser Lothar ab 1135 bauen ließ, dort schon 1137 vor der Fertigstellung begraben wurde und der Großvater von Heinrich dem Löwen war. Bei der Führung durch den aufwendig restaurierten Dom bestaunten wir die Wandmalereien.
Im aussergewöhnlichen Kreuzgang, jede Säule hat ein anderes Muster, sangen wir ein letztes Pilgerlied und besuchten die 800 Jahre alte Linde. Dort endete mit einem gemeinsamen Foto unserer Pilgergruppe unsere gemeinsame Zeit voller Gesang, Gebeten, intensiven Gesprächen, zeitweisem Schweigen und Gehen durch die Natur über Wald- und Feldwege entlang von Wasserläufen und blühenden Bäumen bei schönstem Frühlingswetter.
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